Geschichte

Schloss Spielberg bezaubert als eindrucksvolles Baudenkmal, ist Wahrzeichen des Altlandkreises Gunzenhausen, beflügelt die Phantasie und das geschichtliche Interesse und präsentiert sich als Stätte der modernen Kunst und der Kultur.

Etwa 8 km südlich von Gunzenhausen bei Markt Gnotzheim inmitten von der Technik unserer Zeit unberührter Landschaft gelegen, bekrönt die Burganlage wie ein mächtiger Pfeiler auf der Anhöhe das nordwestliche Ende des Hahnenkamms. Wie die nach dem Ort Spielberg benannte Burg schon von weitem den Blick auf sich zieht, gewährt sie umgekehrt auch einen überaus beeindruckenden Panoramablick auf ihr Umland. Wer sich hierher auf den Weg macht, mag beeindruckt sein vom vollständig erhaltenen Oval der monumentalen Burganlage mit ihren fünf Meter hohen Ringmauern aus dem 12. Jahrhundert und bezaubert von den weiten Ausblicken in das umgebende Land. Der Blick reicht über die Höhen der schwäbisch-fränkischen Alb, über die hügelige Landschaft um den Hesselberg, über den Altmühlsee bis hin zu den Grenzen des Nürnberger Umlandes.

Ob schon die Kelten und die Römer die einzigartige Aussicht mit einer baulichen Anlage nutzten, wird immer wieder spekuliert. Manche Forscher behaupten auch, dass der Name Spielberg von lat. speculare (=schauen, spähen) abzuleiten ist. Ein Römerkastell, genannt Mediana, lag am Fuße des Berges, beim heutigen Gnotzheim. Und wer beim Spaziergang um das Schloss angezogen wird von dem magischen Hügel mit den vier Linden, dem erscheint die Geschichte und die Geschichten von einer einstigen keltischen Kultstätte dort vor den Füßen des jetzigen Schlosses nicht abwegig. Jedenfalls ist dieser gesamte Platz auf der Anhöhe des Spielberges in seinen räumlich-zeitlichen Dimensionen ein uralter, ein nahezu archaischer Ort. Ein Ort des Schauens und Ausschauens.

Fest steht, dass im 12. Jahrhundert das einflussreiche Geschlecht der Herren von Spielberg, sog. Königsfreie, mit Einverständnis der Staufer eine mächtige Burg errichten konnten. Im 13. Jahrhundert gelangte die Burg an die Edlen von Truhendingen (Hohentrüdingen). Nach deren Aussterben kam sie 1363 über die Grafen von Schaumburg an die Grafen von Oettingen. Mit dem Hause Oettingen-Spielberg, das 1734 in den Fürstenstand erhoben wurde, blieb Spielberg mit wenigen Ausnahmen über die Jahrhunderte hinweg bis heute verbunden. 1796 kamen Burg und Ort Spielberg an Preußen, 1806 an Bayern. 1872 kaufte Fürst Carl Phillip Wrede Schloss Spielberg und übergab sie an seine Tochter Amalie, Fürstin zu Oettingen-Spielberg. Im Jahre 1983 hatte Fürst Albrecht zu Oettingen-Spielberg die ruinöse Schlossanlage der Künstlerfamilie Ernst Steinacker zu Zwecken der Renovierung und zur Aufnahme der Bildwerke von Ernst Steinacker anvertraut.

 

Schloss Spielberg